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Materialien

von admin | 16. April 2009

Die freie Wahl der Materialien erhöht die Experimentierfreude.

Wir (Erwachsene) bieten uns auch als Handlungsmodell an, indem wir gegebenenfalls an “Aktionen” der Kinder teilnehmen und ihnen durch Beobachtung unseres Tuns Impulse für eigene Handlungen ziehen können. Des weiteren lassen wir sie an unseren Erfahrungen im praktischen Umgang mit Dingen oder auch unseren Kenntnissen von Organisationsabläufen teilhaben lassen.

Organisation, das bedeutet den sinnvollen (effektiven) Aufbau von Tätigkeitsschritten aufzeigen. Dies wiederum bedeutet die Teilschritte einer Handlung, differenziert zu betrachte (Transparenz) und die Einzelteile so zusammenzustellen, dass das gewünschte Ziel erreicht wird. Ein wichtiger Aspekt hierbei ist es den Kindern die Möglichkeit zu geben, Fehler zu machen und aus diesen zu lernen. Durch diese “lebendigen Erfahrungen” können sie gezielt – lernen durch Versuch und Irrtum – reflektieren und somit beim nächsten Mal schon gemachte Fehler vermeiden. Durch zunehmende Lernübungserfahrungen können (kognitive) Abstraktionen entwickelt werden. Hieraus folgernd verkürzt sich auch der Zeitaufwand. Mehr Zeit für anderes entsteht.

In Partizipationsprozessen liegt ein erhebliches Potential zur Persönlichkeitsentwicklung.

Eine alltägliche Lernsituation:
Haben sich Kinder für die Zubereitung eines Kartoffelauflaufes sowie eines Gurkensalates entschieden, so entsteht hieraus eine Situation, in welcher sie vielfältige sinnliche und praktische Erfahrungen im Umgang mit Dingen und Personen machen können.
Zunachsteinmal ist die Planung einzelner Teilhandlungen notwendig.

- “Wieviel Zeit haben wir zur Verfügung?”
“Was brauchen wir für die Zubereitung?”
(Kartoffeln, Käse, Gurken,…
“Welche Mengen benötige ich?”
“Wer ißt mit?”/ “Wie groß ist der Hunger?”
“Wer kauft ein?”
Der “Arbeitsplatz” (Tätigkeitsfeld) muss vorbereitet werden

Nun folgt die praktische Umsetzung!
Wieder Überlegungen
- “Wie wollen wir das Gericht zubereiten?”
“Welche Materialien brauchen wir?”
(Käseraspel, Sparschäler,…/ Sicherheitshinweise)

Verschiedenste Wünsche und Vorstellungen aller Beteiligten wollen Koordiniert werden (Interaktion).
Neue Handlungsmöglichkeiten und –Perspektiven- “tun sich auf”.

Nicht alle Kinder haben die gleichen Fertigkeiten.
(Eines der Kinder hat vielleicht noch nie mit einem Sparschäler gearbeitet.)

Durch die sich entwickelte rege Gruppentätigkeit sind die Kinder aus sich selbst heraus animiert, ihr Bestes zu geben (Bedürfnis nach sozialer Anerkennung). Die Kinder sind stolz auf ihre Kompetenzen und lassen andere gerne daran teilhaben, so daßss das andere Kind um eine neue Erfahrung, in diesem Fall die Handhabung des Sparschälers bereichert wird. Die Kinder geben ihr Wissen gerne weiter (Steigerung der Sozialkompetenz). Einen Handlungsprozess zu erklären erfordert eine gewisse Sprachkompetenz und um diese Erklärung aufzunehmen ebenfalls. Es ist eine Wechselwirkung zwischen Redner und Zuhörer enstanden. Das Kind hat im Zuge dessen nicht nur einen neuen Begriff aufgenommen (“Sparschäler”) sondern auch gelernt, dass es nicht schlimm ist, etwas nicht zu wissen, denn es kann einem ja beigebracht werden. Beim nächsten Mal erklärt sie/er es einem anderen Kind! (Die Interaktion wird gesteigert.) Es gibt zunehmend weniger konkurrierende Einzeltätigkeiten. Im Rahmen dieses interakiven Teamworks erfahren Kinder und Erwachsene, dass eine Person etwas in einem Bereich gut kann und eine andere etwas in einem anderen. Außerdem erleben sie durch die Tätigkeiten auch, dass es unterschiedliche Möglichkeiten von Handlungsweisen gibt und alle Vor- und Nachteile in sich bergen.
Bei auftauchenden nur schwer zu überwindbar scheinenden Schwierigkeiten (z.B. Auflaufform zu klein gewählt/ einige Kartoffeln auf dem Boden…) ermuntern wir die Kinder diese zu überwinden, indem wir ihnen beispielsweise Denkanregungen wie “Überleg doch mal, wie war das letztes Mal?!” Geben oder wir ihnen auch Erfolgsschritte ihrer Handlungen (Gurkensalat, o.a.) aufzeigen.
Oftmals brauchen die Kinder unsere Anregungen aber garnicht.

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