« Ziele & Hemmnisse | Home | Partizipieren lernen – wie geht das? »
Werkzeuge & Übungen
von admin | 16. April 2009
Unterschiedlichste Wie/so-, Weshalb-, Warum Fragen können auftauchen und zur Diskussion gestellt werden. Diskussionen, welche die Grundlage von Entscheidungen darstellen, können die Nutzung des
“Denkapparates” anregen. Entscheidungen zu treffen will gelernt sein.
Im gemeinsamen Brainstorm (kreative Ideensammlung) können die Kinder lernen, ihre Wünsche verbal zu formulieren, zu erklären, zu differenzieren. Sie üben sich in der freien Stellungnahme.
Die Kinder erfahren unmittelbar, daßss Worte durch unterschiedliche Betonung (Phonotik) unterschiedliche Gefühle und Reaktionen im Gegenüber und bei sich selbst auslösen.
Sie erfahren durch die Art und Weise der Sprachnutzung Wirkungen von Aufmerksamkeit, Anerkennung und Ablehnung. Die Wahrnehmung des non-verbalen Kommunikationsanteiles kann gesteigert werden.
In diesem sozialem (Sprach-)Handlungs –“Lernfeld” können die Regeln der Sprachgemeinschaft, wie beispielsweise sich gegenseitig zuzuhören und aussprechen zu lassen erlernt werden. Kriterien der Wahl – somit auch Kritikfähigkeit – können eingeübt werden. Die Erprobung erfordert Mut.
Durch aktiven Sprachgebrauch kann verbales Durchsetzungsvermögen erlernt werden. Es macht Mut.
Das “argumentative Streiten” kann geübt werden.
Im Gespräch begleiten wir den (Gruppen-) dynamischen Einigungsprozess. Begleiten bedeutet, dass wird nicht unsere kommunikativen Ansprüche übertragen, sondern eigene Gesprächserfahrungen von den Kindern gemacht werden können. Wir sichern die themenzentrierte Orientierung durch Zuhören und aktives Beobachten. Gegebenenfalls greifen wir unterstützend ein, in dem wir beispielsweise den Gesprächsverlauf transparent machen und Konfliktlösungsmöglichkeiten aufzeigen.
Bei nicht zu überwindenden Meinungsverschiedenheiten bieten wir Gesprächshilfen an. Wir geben bei Bedarf Impulse als Entscheidungshilfen. Es ist uns auch wichtig, Erfolgserlebnisse zu sichern.
Wir regen auch Entscheidungen, wie beispielsweise die Einrichtung und Nutzung von Tanz- oder Selbstverteidigungsworkshops an.
Wir sind darauf bedacht, den Kindern Informationen über laufende Veranstaltungen, wie Kinder- und Jugendtheatervorstellungen oder Ausstellungen und Feste zukommen zu lassen. Wir regen sie auch umgekehrt dazu an, sich Informationen über Veranstaltungen oder Einrichtungsnutzungen (Kursangebote, u.a.) zu ihren jeweiligen Interessensgebieten zu verschaffen. Wir greifen Impulse der Kinder auf und ermuntern sie gegebenenfalls, diese umzusetzen.
Gibt es zum Beispiel den Vorschlag “Kegeln zu gehen”, bieten wir ihnen Orientierungs- und Organisationshilfen an, die sie in die Lage versetzen, diesen eigenständig anzugehen. d.h. notwendige Telefonate und Terminsabsprachen werden ausgiebig vorbesprochen und wenn erforderlich geübt.
Die Erfahrung zeigt, dass die Kinder durch Sprach-/Handlungsübungen ihre Selbst-/Kompetenzen steigern und ihre Kommunikationsmuster ausbauen. Sie sind zunehmend dazu in der Lage ihre Wünsche und Bedürfnisse differenzierter zu erläutern und der Sprachsituation angemessen zu repräsentieren. Sie erlangen zunehmend die Kompetenz ihre Ideen darzustellen.
Das begleitende Gespräch, die damit verbundene Sicherheit wird immer weniger zur Orientierung benötigt.
Durch die Gewährleistung der Freiwilligkeit entwickeln die Kinder mehr und mehr Spaß, Freude und Kreativität. Mit Begeisterung ergreifen sie die Initiative ihre Ideen darzustellen.
Das Interesse die Sprachfähigkeit und die damit verbundene Wissensaneignung zu erweitern steigt.
Die intellektuelle Entwicklung wird gesteigert.
Erfolg beim Lernen führt dazu, dass das Selbstbewußtsein gestärkt wird und das Selbstwertgefühl vergrößert wird. Der so entstehende Wechselwirkungskreislauf ermuntert, in der Erweiterung der Sprachfähigkeit fortzufahren.
Die Ideen vervielfältigen sich. Die Freizeitgestaltungsmöglichkeiten (Handlungsfelder) werden komplexer. Dies wird von allen Beteiligten als Bereicherung empfunden. Die Bereitschaft gemeinsame Lösungen zu finden, also Kooperationen einzugehen, ist gesteigert, denn alle Beteiligten haben das gemeinsame Ziel, der befriedigenden Freizeitgestaltung unter Steigerung des Wohlbefindens.
Die Kinder begreifen sich als aktive Mitgestalter des Alltages. Sie erfahren ihren “Beitrag” als Teilhaber am Gesamtgeschehen, mit welchem sie Anerkennung und Prestige in und durch die Gruppe erfahren können. Die soziale Wahrnehmung ist gesteigert. Sie entwickelt zunehmend kreatives Teamdenken.
Wer die Sprachnutzung für die Vertretung seiner Interessen erlernt und als positiv erfahren hat, neigt weniger zur Gewaltanwendung.
Topics: Allgemein | Kommentare deaktiviert
Kommentarfunktion ist deaktiviert.
